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E-Learning-Kurs „Frühe Hilfen und frühe Interventionen im Kinderschutz“


Online-Kurs für medizinisch-therapeutische und pädagogische Berufe - "Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch"

 

 

Die Kampagne „Kein Raum für Missbrauch“

 

 

Eröffnungsveranstaltung com.can

Nach Abschluss der Vorbereitungsarbeiten wird am 13.11.2013 das Kompetenzzentrum Kinderschutz in der Medizin in Baden-Württemberg mit einer Fachtagung eröffnet. Am Vortag finden in Ulm zu Themen der Erfassung von Kinderschutzfällen und zu ethischen Belangen in der begleitenden Forschung Workshops mit Experten statt.

Der Sprecher des Zentrums, Prof. Fegert, hat sich z.B. in den beiden letzten Jahren nachhaltig beim Bundesgesundheitsministerium für eine Änderung gesetzlicher Bestimmungen eingesetzt, die überhaupt im Gesundheitswesen eine bessere Wahrnehmung und Dokumentation von Vernachlässigungs-, Misshandlungs- und Missbrauchsfällen ermöglichten. Bis Anfang diesen Jahres war es in Deutschland Ärzten im Krankenhaus verboten, solche Fälle nach den gängigen Diagnosekriterien in den internationalen Klassifikationssystemen der Weltgesundheitsorganisation zu dokumentieren. Über entsprechende Veränderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen für die medizinische Praxis wird er bei der Eröffnungsveranstaltung des Zentrums berichten. Eröffnet wird die Veranstaltung durch eine Rede von Frau Ministerin Theresia Bauer, die durch ihr Kommen unterstreicht, dass die Landesregierung den Fragen des Kinderschutzes eine zentrale Bedeutung beimisst. Die ehemalige Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung Frau Bundesministerin a.D. Dr. Christine Bergmann wird dann ihre Anforderungen an die Medizin darstellen, die sich aus dem Aufarbeitungsprozess in ihrer Amtszeit ergeben haben. Auch ihr Nachfolger, Herr Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter zu Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, hat sein Kommen zur Veranstaltung angekündigt. Im Rahmen der Regierungsbildung muss in Koalitionsverhandlungen auch geklärt werden wie die angestoßenen Prozesse weiterentwickelt und weiterhin zentral koordiniert werden.

Kinderschutz ist eine interdisziplinäre Aufgabe. Sowohl in der Medizin, wo verschiedene Fächer wie in dem neu gegründeten Kompentenzzentrum über verschiedene Fachgebiete zusammenwirken müssen, als auch über die Grenzen der Medizin hinaus, z.B. in der Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe, mit den Familiengerichten oder den Strafverfolgungsbehörden. Prof. Dr. iur. Ludwig Salgo, aus Frankfurt, wird diesen besonderen Bezug zum Recht, mit Blick auf die Regelungen zur Ärztlichen Schweigepflicht und auf Beratungsanspräche, welche mit dem Bundeskinderschutzgesetz, im Jugendhilfegesetz, geregelt wurden, darstellen. Dieser wichtige Bezug zu unserem Rechtssystem, den auch die Landesregierung explizit gewünscht und unterstrichen hat, wird auch im Referat von Prof. Pollak, dem Leiter des Instituts für Rechtsmedizin in Freiburg deutlich. Herr Prof. Hummler, von der Ulmer Universitätskinderklinik, wird anhand konkreter klinischer Fälle die Aufgabenstellung und die Herausforderungen des Kinderschutzes in der Medizin darstellen. Die Herausforderungen in der Lehre sowie in der Aus-, Fort und Weiterbildung von Medizinern stellt Herr Dr. Eginhard Koch aus Heidelberg dar. Abschließend gibt der Koordinator des Zentrums, Dr. Paul Plener, der Leitende Oberarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm, einen Einblick in den Zusammenhang zwischen Suizidalität und selbstverletzendes Verhalten bei Jugendlichen mit Misshandlungen und Missbrauchsanamnesen. Nicht immer werden Kindern und Jugendlichen direkt Hilfen zuteil. Oft sind es dann persönliche Krisen und schwere psychische Belastungen im weiteren Verlauf, die primär zu einer ärztlichen Behandlung führen und erst dabei wird dann die vorangegangene schwere Belastung identifiziert, wenn es gelingt einen adäquaten Kontakt aufzunehmen: „Suizidalität bei Jugendlichen ist oft die sichtbare Boje einer seelischen Verletzung“, so Plener.

Die Veranstaltung wendet sich an alle, die am interdisziplinären Kinderschutz mitwirken wollen. Also an Ärzte, Psychologische Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, genauso wie an Fachleute aus der Jugendhilfe, den Strafverfolgungsbehörden.

Zur Veranstaltung erscheint in der Zeitschrift Nervenheilkunde ein Themenheft zum sexuellen Missbrauch und zu anderen Fragen des Kinderschutzes.