LINKS

Medizinische Kinderschutzhotline: 0800 19 210 00

 

 

E-Learning Kinderschutz

 

 

Die Kampagne „Kein Raum für Missbrauch“

 

 

ZTF Ulm Trauma

 

 

Ankommen – Manualisierte Gruppenintervention für und mit Peers in der Jugendhilfe

Kurzbeschreibung
Fremduntergebrachte Kinder und Jugendliche sind oftmals großen Erschwernissen ausgesetzt: Neben der Häufung von psychosozialen und biologischen Risikofaktoren in dieser Population kann auch die Fremdunterbringung selbst ein kritisches Lebensereignis darstellen und zu schweren Identitätskrisen führen.

Eine Methode, die sich besonders zur Förderung der Bewältigung von Krisen oder Wendepunkten in der Lebensgeschichte eignet, ist die Biografiearbeit. Biografiearbeit ist ein angeleiteter Prozess, in dem frühere Lebensereignisse erinnert und dokumentiert werden. Ziel ist es, den Betroffenen dabei zu helfen, der aktuellen Situation durch die strukturierte Aufarbeitung der Vergangenheit Sinnhaftigkeit zu verleihen. Befunde über positive Effekte von Biografiearbeit auf Selbstvertrauen, Wohlbefinden, Identitätsbildung und den Umgang mit schwierigen emotionalen Situationen sowie auf die Beziehungsqualität zu den an der Biografiearbeit beteiligten Bezugspersonen untermauern die Wirksamkeit dieser Methode.
Vor diesem Hintergrund entstand die Idee, gemeinsam mit Partnern aus der Jugendhilfe eine leicht implementierbare Gruppenintervention mit Methoden der Biografiearbeit für fremduntergebrachte Jugendliche zu entwickeln und deren Wirksamkeit zu evaluieren. Ziel der Intervention ist es, psychisch-emotionale Belastungen im Zusammenhang mit der Fremdunterbringung frühzeitig zu adressieren und betroffene Jugendliche gezielt bei der biografischen Einordnung und Bewältigung der Fremdunterbringung zu unterstützen. Dies könnte dazu beitragen, mit der Fremdunterbringung einhergehende Belastungen zu reduzieren, Abbruchraten zu verringern und die Erfolgsaussichten der Hilfsmaßnahme zu verbessern. Der Projektname „Ankommen“ soll dabei sowohl für den Prozess des Ankommens im neuen Lebensmittelpunkt als auch für das Bedürfnis eines als sicher und unterstützend erlebten Umfeldes stehen.

In der Vorbereitungsphase des Projekts wurden Kooperationen mit Jugendhilfeeinrichtungen eingegangen, ein interventionsbegleitendes Workbook und Anwendermanual erstellt, Fokusgruppen mit betroffenen Jugendlichen durchgeführt und Probedurchläufe in zwei Einrichtungen durchgeführt. Durch die im Probedurchlauf gewonnen Erfahrungen konnten das Workbook und das Anwendermanual optimiert werden. Die nächsten Schritte innerhalb der Pilotphase sind die Durchführung der Intervention und die Datenerhebung. Die Evaluation erfolgt in insgesamt 13 kooperierenden Jugendhilfeeinrichtungen, die für die Rekrutierung der Studienteilnehmenden ihre bereits vorhandenen pädagogischen Strukturen nutzen. Mittels standardisierter psychometrisch robuster Fragebögen erfolgt eine Erfassung der psychischen Belastung, des Selbstwertes, der Selbstwirksamkeit und von Verhaltensauffälligkeiten der teilnehmenden Jugendlichen. In der Nachbereitungsphase sollen die gewonnen Erkenntnisse analysiert und publiziert werden. Besonderer Fokus dieser Phase ist die nachhaltige Implementation und Dissemination der Intervention.

Projektverantwortliche(r):
Prof. Dr. Jörg M. Fegert und Jun.-Prof. Dr. Miriam Rassenhofer

Projektmitarbeitende:
M.Sc. Psych. Steffen Läntzsch
Dr. Elisa Pfeiffer
Dr. Andreas Witt

Projektlaufzeit:
10/19-09/22

Förderer:
Baden-Württemberg Stiftung